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SAP Integrated Business Planning (IBP) entwickelt sich ständig weiter und bietet Unternehmen fortschrittliche Tools, um die Komplexität moderner Lieferketten zu bewältigen. Dieser Artikel beleuchtet die Top 5 Highlights des 2602-Release und zeigt Funktionen auf, die Ihre Planungsagilität und -ausführung verbessern sollen.
1. Standort-Produktsubstitution in HPA
Im 2602-Release hat die Standort-Produktsubstitution eine vollständige Abdeckung über alle Planungsmodi hinweg erreicht und harmonisiert die mittel- bis langfristige strategische Planung (Zeitreihen) mit der kurzfristigen taktischen Ausführung (auftragsbasiert).
- In Zeitreihen-Szenarien (TS) (Strategischer Horizont): Diese Funktion wird innerhalb der I_SAPIBP2-Vorlage unterstützt und nutzt Heuristiken und Optimierer, um sich auf das Makro-Level-Lifecycle-Management zu konzentrieren. Wenn ein Unternehmen beispielsweise plant, eine alte Produktlinie auslaufen zu lassen und gleichzeitig eine verbesserte Version einzuführen, können Planer eine „Aufbrauchsphase“ festlegen. Das System priorisiert automatisch den Verbrauch jeder Einheit des Altbestands, um die prognostizierte Nachfrage zu decken, bevor eine Beschaffung für das neue Modell ausgelöst wird. Dieser Ansatz minimiert Bestandsabschreibungen und Verschrottungskosten auf strategischer Ebene.
- In auftragsbasierten Planungsszenarien (OBP) (Operative Ausführung): Tief in den Fulfillment-Prozess über Real-Time Integration (RTI) eingebettet, konzentriert sich diese Funktion auf sofortige Reaktionen auf Bestandsengpässe. Stellen Sie sich ein Szenario vor, in dem ein Produkt mit hoher Nachfrage in einem bestimmten Lager plötzlich nicht mehr vorrätig ist. Die OBP-Logik kann den Verkaufsauftrag sofort identifizieren und mit verfügbarem Ersatzbestand am selben Standort auf der Grundlage vordefinierter Stammdaten erfüllen. Dieser „Echtzeit-Switch“ stellt sicher, dass die Auftragsabwicklung auch bei Lieferengpässen ununterbrochen bleibt, was die Kundenzufriedenheit erheblich steigert.
Die folgenden Kennzahlen zeigen Ergebnisse, wenn während der Planung eine Produktsubstitution stattgefunden hat:
2. Mehrstufige Untervergabe
Um zunehmend komplexe globale Liefernetzwerke zu unterstützen, ermöglicht IBP jetzt eine mehrstufige oder „verschachtelte“ Untervergabe. Diese Funktion verwaltet Szenarien, in denen eine Komponente direkt zwischen externen Partnern fließt – zum Beispiel eine Basiskomponente, die von einem Guss-Subunternehmer direkt zu einem Präzisionsbearbeitungs-Lieferanten gelangt – ohne jemals zum Hauptwerk zurückzukehren. Durch die Einrichtung vertragsbasierter Transportwege zwischen Subunternehmerstandorten bietet IBP eine End-to-End-Transparenz dieser externen Bewegungen. Dies stellt sicher, dass Komponentenanforderungen und Lieferzeiten über jede Stufe des ausgelagerten Produktionsprozesses hinweg genau verfolgt werden.
3. Deployment-Konvertierungsheuristik
Die neue Deployment-Konvertierungsheuristik fungiert als entscheidendes Bindeglied zwischen Planung und Ausführung, indem sie Umlagerungsanforderungen (STRs) in Deployment-Anforderungen (D-STRs) auf der Grundlage des Echtzeit-Endbestands umwandelt. Bei Lieferengpässen in einem zentralen Hub verwendet der Algorithmus die Available-to-Deploy (ATD)-Mengen, um zu priorisieren, welche nachgelagerten Distributionszentren zuerst Bestand erhalten, basierend auf Dringlichkeit und Priorität. Er kann sogar „Auftragssplits“ durchführen und nur den Teil einer Anforderung umwandeln, der aktuell erfüllt werden kann. Dies stellt sicher, dass jede Sendung, die das Lager verlässt, anhand der aktuellsten Lieferengpässe validiert wird.
4. MRO KI-Assistenz
Die Bestandsoptimierung für Wartung, Reparatur und Betrieb (MRO) ist oft komplex, aber die neue GenAI-Assistenz vereinfacht dies durch die Bereitstellung von Interpretationen der Systemausgaben in natürlicher Sprache. Anstatt komplexe Formeln manuell zu prüfen, kann ein Planer die KI einfach fragen, warum der Sicherheitsbestand eines bestimmten Ersatzteils stark angestiegen ist; die KI könnte erklären, dass eine kürzliche Zunahme der Variabilität der Lieferzeiten für diese kritische Komponente den Puffer erforderlich machte. Durch die Konsolidierung dieser Erkenntnisse im Planer-Arbeitsbereich entmystifiziert die KI-Assistenz die „Black Box“ der Optimierung und ermöglicht es Planern, schnellere und sicherere Entscheidungen für Teile mit intermittierender Nachfrage zu treffen.
5. Harmonisiertes Szenariomanagement (HSM)
Das Harmonized Scenario Management (HSM) synchronisiert den Lebenszyklus von Szenarien über die auftragsbasierte und zeitreihenbasierte Planung hinweg und verfügt über eine „Shine-Through“-Funktion, die sicherstellt, dass Simulationen immer in der Realität verankert sind. Wenn beispielsweise ein Planer eine mittelfristige Promotion simuliert, aber in der Baseline ein plötzlicher Bestandsengpass auftritt, spiegelt die „Shine-Through“-Logik diesen Bestandsrückgang automatisch in der Simulation wider, ohne dass eine manuelle Synchronisierung erforderlich ist. Nach der Finalisierung kann der Planer dann nur seine spezifischen Promotionsanpassungen in die Baseline „promoten“, um sicherzustellen, dass strategische Simulationen immer auf den neuesten operativen Daten basieren.
Die detaillierten Beschreibungen jeder Änderung finden Sie im What’s New Viewer.
Bitte beachten Sie, dass dies den aktuellen Planungsstand widerspiegelt und jederzeit von SAP geändert werden kann. Die endgültigen Änderungen entnehmen Sie bitte dem offiziellen SAP Community Newsletter.
