Mit SAP Yard Logistics die Schwierigkeiten auf dem Hof überwinden

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Veröffentlicht am 20. April 2021 – Til Mattenklott, Berater Yard Logistics bei Westernacher

Schwachstellen und Probleme an Logistikstandorten der Konsumgüter- und Einzelhandelsindustrie: Vorteile und Lösungen bei der Nutzung von SAP Yard Logistics.
Die Coronakrise hat nicht ausschließlich Verlierer hervorgebracht – einer der großen Gewinner der Situation ist der Lebensmittel-Einzelhandel. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wuchs der Umsatz preisbereinigt zwischen 3,9 Prozent und 4,3 Prozent (vorläufige Werte)[1]
Logistiker, Einzelhändler und der E-Commerce-Bereich mussten ihre Dienstleistungen insbesondere für systemrelevante Bereiche wie Krankenhäuser, Apotheken und Supermärkte aufrechterhalten. Dabei ist die Auftragslage schwerer zu handhaben und deutlich volatiler, da die Anzahl der Bestellungen und Sendungen sprunghaft anstieg.
Lebensmittelversorger können kaum mit der Nachfrage mithalten. Um den neuen Anforderungen und dem Tempo des Marktes gerecht zu werden, muss die Effizienz der aktuellen Prozesse überprüft werden. Die Gewährleistung des reibungslosen Betriebs ist wichtiger als je zuvor.
Jede Verspätung, egal ob im Warenein- oder ausgang, verursacht sowohl Kosten als auch Reputationsschäden. Möglichst kurze Durchlaufzeiten von Fahrzeugen sind besonders in Spitzenzeiten wichtig. Auch der Kostendruck hat weiter zugenommen, sodass sich Digitalisierungsprozesse noch schneller auszahlen.

Beseitigung der Pain Points durch Optimierung.

Trotz aller genannten Probleme wird ein Großteil der Prozesse an Logistikstandorten heutzutage nach wie vor manuell durchgeführt. Excel-basierte Planungen, nicht erfasste Fahrzeuge auf dem Hof und vergessene Trailer sind nur einige der realen Pain Points. Genau dort setzt eine Lösung wie SAP Yard Logistics an und bietet umfangreiche Optimierungsmöglichkeiten. Welche Vorteile hat ein solches, computergesteuertes System für Retailer?
Gehen wir den klassischen Logistikprozess chronologisch an:

SAP Yard Logistics kann eine saubere und detaillierte Planung der ankommenden und abfahrenden Fahrzeuge systemisch abzubilden. Dazu gehört in erster Linie das Buchen eines Zeitfensters an einem spezifischen Tor, damit sichergestellt ist, dass die Lade- und Abladekapazitäten bestmöglich genutzt werden.

In Yard Logistics werden dafür Torgruppen definiert, die eine unbegrenzte Menge an Rampen mit den gleichen Eigenschaften zusammenfassen. Pro Rampengruppe kann unter anderem das Zeitfenster und die Arbeitszeit festgelegt werden. Durch die Kombination von Arbeitszeit, Zeitfenster und Anzahl der zugehörigen Tore ergibt sich eine potenzielle Anzahl von Terminen, die für jede Rampengruppe pro Arbeitstag vergeben werden können.

Um den Prozess noch weniger zeitaufwendig zu gestalten, kann optional das Westernacher Carrier Portal genutzt werden.
Im Carrier Portal können sich die Spediteure in einem Online Buchungsportal einloggen, um ihre Termine vorab zu buchen. Sowohl Spediteure als auch die Einzelhändler profitieren von größerer Planungssicherheit, weniger Aufwand und damit höherem Umsatz.

Auf diese Weise können Ihre Kunden eine direkte Verbindung zum Yard Logistics-System herstellen, sodass ihre Transportplanung automatisch in ein Yard Logistics-spezifisches Dokument umgewandelt werden kann.
Abbildung 1: Westernacher Carrier Portal – Ladepunkt Palettenware
Auch der Datenschutz ist berücksichtigt: Jeder Spediteur sieht nur seine eigenen Zeitfenster. Fremde Termine werden als „gebucht“ markiert und sind nicht mehr auswählbar. Interne Mitarbeiter der Einzelhändler haben Zugriff auf alle Buchungen und können bei Bedarf per Drag & Drop Termine ändern, verschieben oder löschen.

Einfaches Einchecken mit der Westernacher-App.

Zum geplanten Termin finden sich die LKW am entsprechenden Warenlager ein. Jedes Fahrzeug muss das Eingangstor passieren, um auf das Werksgelände zu gelangen – der nächste Engpass im Prozess.

Im klassischen Fall wird dies durch eine Einfahrtsschranke und Pförtner realisiert, die den Überblick über den Hof haben und die LKW an die zu dem Zeitpunkt richtige Position auf dem Gelände schicken. Um den Check-In Prozess zu automatisieren und damit Wartezeiten zu vermeiden, haben wir die Westernacher Check-In App gebaut.

Mit Hilfe der App können sich Fahrzeugführer selbst, z.B. auf einem Terminal in Ihrer eigenen Landessprache registrieren. Selbstverständlich kann die Fiori-basierte Applikation auf einem normalen Desktop-PC sowie einem mobilen Device genutzt werden.
Abbildung 2: Westernacher Check-In App Startbildschirm
Im folgenden Prozessschritt hat der Nutzer die Möglichkeit, sich mit einer individuellen und kundenspezifischen Transportnummer zu identifizieren, um die Verbindung zur vorher durchgeführten Planung herstellen zu können.

Abbildung 3: Westernacher Check-In App Identifikationsbildschirm

Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Check-In eines Fahrzeugs auf diese Art und Weise auf ca. eine Minute verringert werden kann. Zusätzlich können in der Anwendung mögliche Hygienerichtlinien, Hausordnungen oder Straßenverkehrsordnungen angezeigt und, falls notwendig, direkt vom Fahrer unterschrieben werden.

Ist der Fahrer mit seinem LKW auf dem Werksgelände, kann er mithilfe der vom SAP-Standard unterstützten SMS-Kommunikation zum Folgeplatz geschickt werden, ohne den LKW zu verlassen. Das sorgt für die Reduzierung von Kontakten, um die Ausbreitung des Covid-19 Virus zu verhindern. Außerdem wird die Effizienz gesteigert, da blockierte Fahrspuren, Parkplätze und Laderampen vermieden werden.

Ganzheitlicher Überblick und weitere Prozessverbesserungen.

Über die direkte Kommunikationsschnittstelle können einzelne Fahrer im Fall einer Ausnahme direkt kontaktiert werden. Sollte der Fahrer gegebenenfalls zu spät kommen, kann ihm so direkt ein anderes, freies Tor zugeordnet werden. Auf die gleiche Weise kann auch die Kommunikation folgender Fahrzeuge und deren Umleitung bei z.B beschädigten Waagen, Terminals oder Fahrspuren vonstattengehen.

Damit jeder Mitarbeiter den Überblick über Aufenthalt und Status der sich aktuell auf dem Werksgelände befindlichen Fahrzeuge behält, wurde das sogenannte Yard Cockpit entwickelt. Es gehört zum Standardfunktionsumfang und beinhaltet unter anderem die 3D-Visualisierung Ihres Standorts.
Abbildung 4: 3D Visualisierung im Yard-Cockpit
Spezifische Anforderungen für den Einzelhandel können im System aufgenommen, kontrolliert und überwacht werden. Hier spielt die Temperaturüberwachung der LKW eine zentrale Rolle. Je nach Produkt müssen in dem Kühlanhänger dauerhaft Temperaturen zwischen 8 und -24 Grad Celsius vorherrschen, um die Ware unversehrt an Ihren Bestimmungsort zu bringen.

Mithilfe von SAP Yard Logistics können die Zieltemperaturen im entsprechenden Dokument festgehalten und dokumentiert werden. Die Nutzung von zusätzlichen Applikationen erlaubt die Überwachung und Überprüfung der Temperaturen. Damit wird sichergestellt, dass nur korrekt vorgekühlte Trailer beladen werden.
Ein weiteres Beispiel für spezifische Anforderungen ist die Abbildung von verschiedenen LKW- und Trailertypen. Lose Produkte wie Mehl, Zucker oder Milch werden meist in Silofahrzeugen angeliefert, während Palettenware in klassischen Anhängern transportiert wird. Einige Standorte operieren mit Gigalinern, wohingegen andere Lokationen ausnahmslos 40-Tonner be- und entladen.

Mit der Erstellung zusätzlicher Inspektionsaufgaben kann SAP YL Schäden, Sauberkeit und bei Bedarf auch Plomben im System abbilden und speichern, womit neben der prozessualen Sichtbarkeit auch rechtliche Sicherheit geschaffen wird. SAP Yard Logistics erhöht nicht nur die Sicherheit an Ihrem Logistikstandort, sondern mindert auch den organisatorischen Aufwand und die Fehlerquoten. Hofprozesse können digital und kontaktlos abgebildet werden.

Wenn Sie Ihren Hof digitalisieren und auf die nächste Ebene heben wollen, kontaktieren Sie gerne unsere Experten!
[1] Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/corona-einzelhandel-umsatz-101.html

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